BLACK FRIDAY - Ein schwarzer Tag für die Umwelt

Am letzten Freitag im November ist Black Friday. Nach Thanksgiving wird in den USA am Black Friday traditionell mit den Weihnachtseinkäufen begonnen, aber der Tag der Schnäppchen hat sich längst global verbreitet. Und das nicht nur geographisch. Zum Black Friday gesellte sich der Cyber Monday – mehrere Tage, Wochen, teilweise ein ganzer Monat in dem Unternehmen mit Rabatten nur so um sich werfen. Der Konsum an diesen Tagen nimmt jährlich zu und auch 2023 wird mit einem Anstieg im Vergleich zum letzten Jahr gerechnet.[1] 

 

Es ist eine nette Idee, diese Rabatte zu nutzen, um ein paar Weihnachtsgeschenke günstiger zur ergattern oder endlich mal einen neuen Toaster zu bestellen, bevor der alte einen Hausbrand auslöst. Aber halt – vielleicht kauft man gleich noch den farblich passenden Wasserkocher dazu. Der alte funktioniert zwar, hat aber kein cooles Retro-Design . . . Das macht direkt Lust auf Tee, aber die hübschen Logos auf all den Tassen im Schrank sind schon längst verblichen, vielleicht wird es mal Zeit für neue . . . und so weiter und so fort. Bei roten Schildern neigen wir dazu, Dinge zu kaufen, die wir gar nicht brauchen. Bevor man es sich versieht, steht das Postauto vor der Tür und man bekommt zig Pakete voller Zeug in die Hand gedrückt, von dem man weniges wirklich braucht. Aber war schließlich alles runtergesetzt! 

 

Der Black Friday tut nicht nur dem eigenen Konto weh, sondern auch der Umwelt – und das immens. Ein Großteil des Black-Friday-Shopping passiert online und mit jedem Paket wird mehr Verpackungsmaterial gebraucht, das schließlich im Müll landet. Und wenn nun ein Teil dieser Bestellungen nicht gefällt, die falsche Farbe oder Größe hat, oder schlicht doch zu teuer und nicht wirklich notwendig war?

Ganz einfach, zurückschicken!

 

Laut einer Studie der Universität Bamberg aus dem Jahr 2014 wird in Deutschland jedes sechste Paket zurückgeschickt.[2] Doch in nicht wenigen Fällen könnte man das Produkt anstelle einer Retoure auch gleich in die Tonne hauen – denn genau das kann damit passieren, wenn Wegwerfen günstiger ist, als eine Retoure für den Wiederverkauf zu prüfen und neu zu verpacken.[3] Vor allem Elektroschrott kann dabei ganze Städte vergiften, samt ihrer Bewohner. Die grausamen Folgen davon sieht man in "Toxic City" in Ghana. Wer hier wohnt, hat eine Lebenserwartung von dreißig Jahren, und das wegen weggeworfener Handys und anderer Elektronik, durch deren Deponierung hier Giftstoffe in die Luft gelangen.[4] Zu den Müllbergen kommen Emissionen vom Transport, die Herstellung in Billiglohnländern unter unmenschlichen Bedingungen, vollkommen überlastete Paketlieferdienste [5] und und und.

 

Was tun?

Der schlechte Einfluss von übermäßigem Konsum auf die Umwelt ist nichts neues. Trotzdem gehen eine Menge Menschen dem Kaufrausch am Black Friday jedes Jahr wieder in die Falle – was unter aktuellen Inflationsbedingungen durchaus verständlich ist. Hier sind ein paar Tipps, die dabei helfen können, beim nächsten Black Friday ein wenig nachhaltiger zu shoppen:

 

1. Überlegt früh genug, was ihr tatsächlich neues braucht – am besten, bevor die Rabatte online gehen! Eine Einkaufsliste zu schreiben kann auch beim Online-Shopping helfen, um einen Überblick zu behalten.

 

2. Qualität über Quantität. Anstatt einen um fünfzig Prozent reduzierten Billigtoaster zu kaufen, kauft euch einen, der sich vielleicht nicht wie geschenkt anfühlt, dafür aber so lange hält, dass ihr beim nächsten Black Friday nicht wieder einen kaufen müsst. Nicht nur Billigelektrowaren und Fast Fashion sind am Black Friday runtergesetzt, sondern auch qualitativ hochwertigere und oft nachhaltigere Alternativen.

 

3. Versucht es erst einmal im Laden. Nicht nur das Internet, sondern auch die Shoppingmeile in der Stadt sind gerade voll roter Schilder. Vielleicht könnt ihr neben Geld auch ein bisschen Verpackungsmaterial sparen.

 

Und natürlich: Haltet euch vor Augen, dass es trotz all der Rabatte noch immer am günstigsten ist, nichts neues zu kaufen, wenn ihr es nicht wirklich braucht. So spart ihr am meisten und tut der Umwelt einen Gefallen. Win-win! 

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